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Samstag, 24. Juni 2017
Videozweidrahtsignale über UTP-Kabel oder Fernmeldekabel – wo liegt der Unterschied?

Globalisierung- Allgemeine (technische) Betrachtungen zu Geräten für die Videozweidrahtübertragung.

 Im Zeitalter der "GLOBALISIERUNG" sind Vertriebswege "WELTWEIT KÜRZER" geworden. Geräte für alle Anwendungen in Industrie- und Privatbereich werden Länder- und Kontinentübergreifend angeboten.

Der Nachteil für die Anwender ist jedoch, dass die Anforderungen für den Einsatz ein- und desselben Gerätes länderbezogen erheblich voneinander abweichen.


Versorgungsspannungsunterschiede, Netzsteckerunterschiede, Unterschiede in den Sicherheits- und EMV-Bestimmungen werden normalerweise beim Gerätevertrieb durch vertrauenswürdige Unternehmen außerhalb des Entstehungslandes berücksichtigt.

 Anders sieht es jedoch bei den anwendungsspezifischen Geräteeigenschaften aus. Sind diese angepasst auf die technischen Gegebenheiten, Normen, menschliche Gewohnheiten und Einsatzvoraussetzungen der Länder, in denen sie vertrieben werden?

Bei der Beantwortung dieser Frage, bezogen auf Geräte der Videozweidrahtübertragung stellen sich einige Fragen. Jeder Geräteanwender bzw. Geräteanbieter muss diese für sich beantworten, was manchmal auf Grund der verfügbaren technischen Beschreibungen schwierig ist.

In Deutschland gilt für das zu übertragende, analoge FBAS-Videosignal die PAL-Norm. Die geforderte Bandbreite für die Signalübertragung beträgt 5MHz, erforderlich für eine gute Auflösung und den Farbhilfsträger (wichtig für die Farbinformation im Videobild) mit einer Frequenz von 4,43MHz.

 Eine weitere Voraussetzung für eine gute Signalübertragung ist die Anpassungsmöglichkeit an die in Deutschland üblicherweise verfügbaren (bereits verlegten) oder neu verlegten Übertragungskabel. Dieses sind in den häufigsten Fällen Fernmeldeinstallations- (IYStY...) oder Fernmeldeerdkabel (A2YStY...) neuerdings auch CAT...-Kabel.

Eine gute Kabelanpassung erfordert die Impedanzanpassungsmöglichkeit, die Entzerrmöglichkeit für den geforderten Frequenzbereich und zwar für die verschiedenen, vorgenannten Kabel, deren Signalverlustverhalten stark unterschiedlich ist. Forderung ist, dass der Videozweidrahtempfänger am Ende der Übertragungsstrecke in seinen Verstärkungseigenschaften möglichst gut an die Verlustkennlinie des Kabels  anpassbar ist und somit annähernd das PAL-Normsignal wieder hergestellt werden kann.

Ein nicht unwichtiges Thema ist auch die Höhe des zu übertragenden Signalpegels von der Senderseite. Es kann in den vielfältigen Anwendungsbereichen vorkommen, das Fernmeldeinformationen oder Dateninformationen auf benachbarten Kabeladernpaaren durch überhöhte Signalpegeln beeinflusst oder gestört werden. Diese Beeinflussung steigt zusätzlich, wenn die Senderseite kein einwandfrei symmetrisches Signal erzeugt.

Bei der Nutzung verzweigter Kabelnetze für die Videozweidrahtübertragung, besonders in Industrieumgebung, ist erfahrungsgemäß eine Potentialtrennung des Signaleinganges fast unabdingbar um Brummstörungen im Bild zu vermeiden.

Sind diese grundsätzlichen Voraussetzungen an die Produkte für den deutschen Markt nicht erfüllt, kann es beim Einsatz der Geräte zu erheblichen Einschränkungen kommen.

Sind zum Beispiel Geräte auf die NTSC-Norm ausgelegt, muss mit einer eingeschränkten Bandbreite für die Signalübertragung gerechnet werden, da die Bandbreitenforderung hier bei max. 4MHz liegt , die Farbhilfsträgerfrequenz für diese Norm beträgt 3,53MHz. Die für Deutschland geforderte Bandbreite wird somit nur eingeschränkt sichergestellt, erhebliche Reichweitenreduzierungen sind zu erwarten.

Werden als Kabel für die Reichweitenangaben UTP-Kabel (unshielded twisted pair – ungeschirmte Zweidrahtleitung) vom Hersteller genannt, findet man nur teilweise den Hinweis in der Dokumentation auf erhebliche Reichweitenreduzierung bei der Verwendung geschirmter Kabel – Kabel, die in Deutschland fast ausschließlich verfügbar sind.

Weltweit sind UTP-Kabel mit einem Anteil von > 90% die meistverwendeten Kabel für Ethernet-LANs.
Im deutschsprachigen Raum werden UTP-Kabel, Kabel mit ungeschirmten Paaren und ohne Gesamtschirm kaum eingesetzt!

Auf der Senderseite stellt sich immer wieder die Frage des Einsatzes passiver oder aktiver Zweidrahtsender. Dazu ist grundsätzlich zu sagen, dass die Symmetrierung des Videosignals bei passiven Zweidrahtsendern (Balunübertragern) über den geforderten Frequenzbereich von ca. 50Hz bis 5MHz nicht erreicht wird und damit die Vorteile der Störunterdrückung bei symmetrischer Signalübertragung nur eingeschränkt genutzt werden. Auch die erforderliche Impedanzanpassung an die Zweidrahtleitung kann mit den auf dem Markt verfügbaren passiven Zweidrahtsendern nicht verwirklicht werden.

Grundsätzlich ist zu sagen, das der Frequenzbereich der nicht sauber symmetrisch in eine verseilte Zweidrahtleitung eingespeist wird zum störenden Frequenzbereich für die Umgebung wird, da die abstrahlreduzierenden Eigenschaften der verseilten Zweidrahtleitung nicht genutzt werden können.

Bei allen vorangehenden Betrachtungen und Überlegungen kann es ohne Weiteres sein, dass auch Geräte mit aus technischer Sicht nicht ausreichenden Eigenschaften ein "Bild" am Ende einer Übertragungsstrecke ergeben – eine subjektive Beurteilung – denn Störfestigkeit oder auch Störaussendung, die Einhaltung der Signalnorm für evtl. nachfolgende Geräte wie digitale Videorecorder, Video-Grabberkarten usw. sind wesentliche Kriterien für ein dauerhaft gut funktionierendes System und sollten messtechnisch nachgewiesen sein.

Dipl.-Ing. Thomas Lambrette
Prokurist / Technischer Leiter
MHM ELECTRONIC GMBH

 
MHM ELECTRONIC GmbH erhält Pelco Endura Integrator-Zertifizierung

Pelco Endura Integrator-ZertifizierungWir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass MHM ELECTRONIC GmbH die strengen Anforderungen für Endura erfüllt und somit uns die Pelco Endura Integrator-Zertifizierung verliehen wurde. Mit dieser Zertifizierung treten wir in die Reihen renommierter Firmen ein, die berechtigt sind, Endura netzwerkbasierte Video-Sicherheitssysteme zu planen, zu verkaufen und zu installieren.

Pelco ist in unserer gesamten Branche für die Bereitstellung innovativer und qualitativ hochwertiger Produkte bekannt. Wir teilen ihre Leidenschaft für Spitzenleistungen, so dass dieses ein wichtiger Schritt bei unseren Bemühungen ist, Ihnen die besten Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

 

 
Handbuch für analoge Videoübertragung

 Dipl.-Ing. Thomas Lambrette, Prokurist und technischer Leiter von MHM ELECTRONIC, hat kürzlich das in mehr als zwanzig Jahren gesammelte Wissen über die Grundlagen der analogen Videoübertragung in einem Handbuch zusammengestellt.

Neben einer Vielzahl von Begriffsdefinitionen und Erläuterungen zu den unterschiedlichen Übertragungsmedien sind nützliche Tabellen mit Kabeldämpfungen sowie Hinweise auf einsetzbare Produkte enthalten.

Dieses handliche Hilfsmittel im DIN A5-Format unterstützt den Techniker vor Ort bei der Ermittlung von Fehlerquellen, trägt aber auch bereits in der Projektierungsphase zur Vermeidung von Fehlplanungen bei. 

Das Handbuch ist bei Interesse über Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  erhältlich.

 
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